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Das Renditedreieck: Was der Weltmarkt aus jedem Einstiegszeitpunkt gemacht hat

Jede Zelle zeigt, was eine Einmalanlage im Schnitt pro Jahr gebracht hätte, je nachdem, wann du gekauft und wann du verkauft hast. Die Diagonale zeigt die einzelnen Jahre mit allem Auf und Ab. Je länger du hältst (weiter unten), desto ruhiger wird das Bild. Tippe eine Zelle an und lies, was sie bedeutet.

Tippe oder fahre über eine Zelle, dann erklären wir dir die Periode in Klartext.

= runde Haltedauer (5, 10, 15, 20 … Jahre). Die Punkte bilden Treppenlinien: Folge einer Treppe und du siehst, ab welcher Haltedauer historisch kein Minus mehr übrig blieb. Krisenjahre auf der Diagonale erklären sich beim Antippen.

Der Weltmarkt nach Haltedauer: die Zahlen in Kurzform

Dieselben Daten wie im Dreieck, nur zusammengefasst. Grundlage sind alle rollierenden Zeiträume des S&P Global 1200 von 1990 bis 2025, Kauf und Verkauf jeweils zum Jahresende.

Durchschnittliche Jahresrendite des Weltmarkts je Haltedauer, 1990 bis 2025
Haltedauer Schlechtester Zeitraum Mittlerer Zeitraum Bester Zeitraum Zeiträume gesamt davon im Minus
1 Jahr -41,9 % +13,6 % +30,0 % 36 10
5 Jahre -4,2 % +8,0 % +21,2 % 32 6
10 Jahre -1,7 % +6,7 % +12,2 % 27 2
15 Jahre +1,5 % +5,2 % +9,0 % 22 0
20 Jahre +2,7 % +5,7 % +6,5 % 17 0
25 Jahre +4,0 % +5,6 % +6,5 % 12 0
30 Jahre +5,8 % +6,7 % +6,7 % 7 0

Alle Werte in Prozent pro Jahr. S&P Global 1200 als Kursindex in US-Dollar ohne Dividenden, die tatsächliche Gesamtrendite lag darüber. Datenquelle: EODHD, Dezember-Schlussstände, eigene Berechnung. Historische Werte sind keine Zusage für die Zukunft.

Die sieben Märkte im Vergleich

Interessant ist weniger die Höhe der Rendite als die Frage, ab wann ein Minus praktisch verschwand. Genau dort trennen sich die breit gestreuten Reihen von den einzelnen Märkten.

Schlechtester Zeitraum und Anzahl der Minus-Zeiträume je Markt
Markt Datenreihe 15 Jahre: schlechtester 15 Jahre: im Minus 30 Jahre: schlechtester 30 Jahre: im Minus
Weltmarkt (S&P Global 1200) 1990 bis 2025 +1,5 % 0 von 22 +5,8 % 0 von 7
MSCI World ETF (Euro)* 2006 bis 2025 +7,9 % 0 von 6 Reihe zu kurz –
DAX* 1981 bis 2025 +2,3 % 0 von 31 +6,9 % 0 von 16
S&P 500 1976 bis 2025 +2,3 % 0 von 36 +7,5 % 0 von 21
Nasdaq 100 1986 bis 2025 +0,9 % 0 von 26 +12,1 % 0 von 11
EURO STOXX 50 1987 bis 2025 -2,9 % 6 von 25 +3,9 % 0 von 10
Nikkei 225 1976 bis 2025 -7,8 % 13 von 36 -1,6 % 2 von 21

Die Reihen sind nicht direkt vergleichbar. Mit * markiert sind DAX (Performance-Index) und der MSCI-World-ETF, beide enthalten reinvestierte Dividenden. Die übrigen fünf sind Kursindizes ohne Dividenden, ihre tatsächliche Gesamtrendite lag höher. Unterschiedlich lange Reihen bedeuten außerdem unterschiedliche Krisen im Zeitfenster. Die Spalten „im Minus" sind deshalb aussagekräftiger als der reine Renditevergleich.

Wie hoch war die durchschnittliche Rendite am Weltmarkt über 15 Jahre?

Im Mittel +5,2 Prozent pro Jahr. Über alle 22 rollierenden 15-Jahres-Zeiträume seit 1990 reichte die Spanne von +1,5 Prozent im schwächsten bis +9,0 Prozent im stärksten Zeitraum. Entscheidend ist die letzte Spalte der Tabelle oben: Keiner dieser 22 Zeiträume endete im Minus. Zum Vergleich die kürzeren Fenster: Auf Sicht von zehn Jahren lagen noch 2 von 27 Zeiträumen im Minus, auf Sicht von fünf Jahren 6 von 32, und einzelne Jahre schwankten zwischen -41,9 und +30,0 Prozent. Die Zeit macht hier die Arbeit, nicht die Auswahl des Einstiegszeitpunkts. Wer 15 Jahre oder länger investiert blieb, musste den richtigen Moment historisch nicht treffen.

Gab es beim Weltmarkt einen 20-Jahres-Zeitraum mit Verlust?

Nein. Alle 17 rollierenden 20-Jahres-Zeiträume des Weltmarkts endeten im Plus, der schwächste bei +2,7 Prozent pro Jahr, der stärkste bei +6,5 Prozent. Das ist allerdings eine Aussage über den breit gestreuten Weltmarkt und ausdrücklich nicht über Aktien im Allgemeinen. Beim Nikkei 225 endeten 12 von 31 Zwanzigjahres-Zeiträumen im Minus, beim EURO STOXX 50 immerhin 3 von 20. Wer sein Geld auf ein einzelnes Land oder eine einzelne Region konzentriert, kauft sich also genau das Risiko ein, das die Streuung eigentlich wegnehmen soll. Deshalb steht am Anfang jeder Depotplanung die Frage nach der Streuung und erst danach die nach dem Produkt.

Was zeigt das Renditedreieck über den Nikkei 225?

Der Nikkei 225 ist die unbequemste Reihe in diesem Dreieck, und deshalb steht sie hier. Selbst bei 30 Jahren Haltedauer endeten 2 von 21 Zeiträumen im Minus, der schlechteste bei -1,6 Prozent pro Jahr. Wer Ende der 1980er auf dem Höhepunkt der japanischen Blase kaufte, wartete über drei Jahrzehnte auf neue Höchststände. Kein anderer Markt in dieser Übersicht zeigt etwas Vergleichbares. Daraus folgt nicht, dass Japan ein schlechtes Land für Investitionen wäre. Es folgt, dass niemand vorher weiß, welcher Markt das nächste Japan wird. Genau das ist das Argument für weltweite Streuung: Sie kostet dich in guten Phasen einen Teil der Rendite des besten Marktes und schützt dich dafür davor, dein Sparleben im falschen zu verbringen.

Wie du das Renditedreieck liest

Suche in der Spalte dein Kaufjahr (Kauf jeweils zum Jahresende) und in der Zeile dein Verkaufsjahr. Die Zelle am Schnittpunkt zeigt die durchschnittliche Jahresrendite dieser Halteperiode. Ein Beispiel: Wer Ende 1999 auf dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie kaufte, stand zehn Jahre später im Minus. Wer dieselbe Position bis heute hielt, liegt trotzdem deutlich im Plus. Genau dieses Muster wiederholt sich im Dreieck immer wieder: Einzelne Jahre und sogar ganze Jahrzehnte können enttäuschen, sehr lange Zeiträume waren historisch durchgehend positiv.

Die Japan-Lektion: Warum ein einzelner Markt nicht reicht

Der Vergleich der Märkte zeigt den wichtigsten Unterschied auf einen Blick. Weltmarkt, S&P 500 und DAX haben historisch jeden 30-Jahres-Zeitraum im Plus beendet. Der Nikkei 225 nicht: Wer Ende der 1980er auf dem Höhepunkt der japanischen Blase kaufte, wartete über drei Jahrzehnte auf neue Höchststände, der schlechteste 30-Jahres-Zeitraum liegt bei -1,6 Prozent pro Jahr. Genau da sitzt die Kernlektion des Dreiecks: Ein einzelnes Land kann sehr lange enttäuschen, die Welt als Ganzes tat es bisher nicht. Deshalb ist breite Streuung über Länder und Branchen die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.

Was das für deine Altersvorsorge heißt

Für lange Laufzeiten, etwa im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027, war der Weltmarkt historisch der stärkere Baustein als jede Garantie. Bei kürzeren Horizonten kann eine Absicherung dagegen ihren Preis wert sein. Welche Mischung aus Immobilie, freiem ETF-Depot und gefördertem Depot zu deinem Zeithorizont passt, ist die eigentliche Planungsfrage. Und rechne vorher gern durch, was der Staat bei dir drauflegt: mit unserem Förderrechner.

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